Daniel Heihsel – GF

ÜBUNG MACHT DEN INDUSTRIAL-TUNING-MEISTER

Nutze die Talente, die dir in die Wiege gelegt wurden und gehe deinen Weg. Lass dich von Niemandem aufhalten. Spreng die Grenzen. Geh weiter. Immer weiter.

Schon als Kind durfte ich den Luxus von mehreren 1.000 qm Spielfläche genießen. Der Lagerplatz des elterlichen Bauunternehmens war mein Revier. Noch bevor ich lesen und schreiben konnte war ich stolzer Besitzer einer eigenen Werkstatt. Ununterbrochen schweißte, klebte, schraubte, bohrte, sägte, und lötete ich was das Zeug hielt. Ich hantierte mit Strom und Elektronik. Kein Gerät war vor mir sicher. Während andere Kinder mit ferngesteuerten Autos spielten, baute ich sie lieber auseinander. „Höher, schneller, weiter“ war schon von klein auf meine Devise. Grenzen waren nur da, um sie zu sprengen.

Als 5-Jähriger manipulierte ich einen Kindermixer. Ich verstellte das Netzteil und erhöhte die Drehzahl. Das Spielzeug begann förmlich zu glühen und machte einen Höllenlärm. Voller Stolz zeigte ich das Werk meinem Vater, der vor lauter Schreck fast vom Stuhl gekippt wäre.

Den nächsten Beinahe-Herzinfarkt hatte mein Vater als ich mit 7 Jahren leidenschaftlich und ohne mit der Wimper zu zucken mit Elektrohobel, Stich- und Kreissäge hantierte oder als ich die ersten Steckdosen auseinandergeschraubt und wieder zusammengebaut hatte.

Mit 9,5 Jahren knöpfte ich mir zum ersten mal einen Computer vor. Den meines Vaters. Ich montierte ihn auseinander, sah mir alles genau an und beschloss ihn zu übertakten. Am Ende baute ich alles wieder fachgerecht zusammen. Der PC funktionierte nicht nur wieder einwandfrei, ich konnte auch da noch das Maximum an Leistung herausholen. Programmieren lernte ich „learning by doing“ und war so fit darin, dass selbst mein EDV-Lehrer noch etwas von mir lernen konnte.

Meine Neugier kannte keine Grenzen. Ich tunte alles, was mir in die Finger kam. Wie mein Moped, das ich „frisierte“. Um das Tuning zu verschleiern entwickelte und programmierte ich schließlich eine Leistungsdrossel, die mir erlaubte, mühelos durch alle Kontrollen zu kommen. Selbst die Maschinen im Lehrbetrieb waren nicht vor mir sicher und wurden so umprogrammiert, dass sie an das Maximum ihrer Leistungsfähigkeit kamen.

Meine erste Lehre hatte ich als KFZ-Mechaniker begonnen jedoch bald wieder abgebrochen. Das Schrauben und Reparieren liebte ich, wollte jedoch alle meine Fähigkeiten vereinen, Neues erschaffen, tüfteln und programmieren. So entschied ich mich für eine Lehre als Mechatroniker und setzte damit den Grundstein für mein Unternehmen heute.